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Geschichte der 22. Infanterie-Division |
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1935 1938 Am 18.8.1939 verließ das Infanterie-Regiment 16 die Garnison und stellte sich, verstärkt durch 4./ Artillerieregiments 22, 2./ Pionierbataillon 22 sowie durch Teile der Nachrichtenabteilung 22, 1 Zug 2./ Sanitätskompanie 22 und 1 Zug Nachschubkompanie 22, im Raum Sagan-Sorau in Schlesien für den bevorstehenden Feldzug gegen Polen bereit. Das IR 16 war der 7. Fliegerdivision als OKH-Reserve der Heeresgruppe Süd unterstellt. Der Krieg begann für das Regiment am 12.9.1939. An diesem Tage wurde es nach einem Fernschreiben des Lw. Führungsstabes Ia Nr. 4552/39 geh. vom 12.09.1939, 20.20 Uhr in Transportmaschinen vom Typ Junkers 52 verladen und gegen 10.00 Uhr am 13.09.1939 landete das IR 16 auf dem Flugplatz Pabianice bei Lodz. Die deutschen Erdtruppen hatten die Stadt Lodz bereits genommen, so dass es nicht zum Kampf gegen den Feind unmittelbar bei der Landung zu kommen brauchte. Das Regiment erhielt den Auftrag, den Schutz der Stadt nach Norden und Nordosten zu übernehmen sowie sich als Armeereserve (8. Armee) auf ein Eingreifen in den Richtungen Strykow und Zgierz vorzubereiten. Gleichwohl war der Einsatz wegen einer vorübergehend auftretenden Krise dringlich. Über Lowicz ging es am 15.9.1939 im Verband der bayerischen 10. Division im Sturm über die Bzura ostwärts Sobota, Das Regiment riss die Linien des Feindes auf, der das gegenüberliegende Ufer hartnäckig verteidigte, und erzwang den befohlenen Brückenkopf. Die Bataillonskommandeure mussten energisch einschreiten, um zu verhindern, dass die Soldaten über die vorgegebene Linie hinausstürmten. Anschließend kämpfte das Regiment bis zum 19.9.1939 im Bzura-Weichselbogen und vollendete am nächsten Tage im Waldgelände nördlich Budy-Star die Einkreisung beträchtlicher feindlicher Kräfte. Rund 3000 Gefangene und bedeutende Mengen an Kriegsmaterial aller Art fielen in die Hände des Regiments. Damit hatte das Regiment seine Feuertaufe bestanden. Gleichzeitig stand es zum ersten Mal an den Gräbern seiner 7 Gefallenen. (Gesamtzahl später korrigiert auf 10)
Der Rest der Division sichert die deutsch-belgischen Grenze am Westwall
in der Eifel im Raum Schleiden-Monschau-Hallschlag-Losheim-Prüm-Schneeeifel Eisenbahn-Transport der Division an die
pfälzisch-lothringische Grenze beiderseits Dahn. Die im Polenfeldzug
eingesetzten Teile kehren zur Division zurück.
1940 Ab 10. Mai 1940 - Luftlande-Einsatz in Holland Auszug aus Metzsch - Geschichte der 22. Infanterie Division:
Die nun vorgesehene LL-Operation im Divisionsrahmen und die Landung
hinter den Linien des Feindes waren etwas ganz Neues. Ohne Vorschriften
wurden in täglichen Übungen die taktischen Regeln und die
Ausrüstung (Westfalen) in Erfahrung gebracht, die für den
LL-Einsatz von Wert zu sein schienen. Das LL-Gerät, das für
die Infanterie-Regimenter schon in den Standorten bereitlag, wurde herangeführt.
Für die schweren Waffen arbeiteten die Waffenmeistereien fieberhaft
daran, alles Gerät für einen kommenden Einsatz brauchbar zu
machen. Das Artillerie-Regiment wurde mit Gebirgskanone 15 (Weltkriegsgeschütz
der Skoda-Werke) ausgerüstet und diese durch Kleinpferde beweglich
gemacht. Alle Kampfverbände waren in Verladeeinheiten nach Maßgabe
der Tragfähigkeit einer Ju 52 eingeteilt: Am
8. Mai 1940 rief Generalleutnant Graf Sponeck die Kommandeure seiner
Division in einem kleinen Gasthaus zu Wiedenbrück zusammen und
gab die Kampfaufträge bekannt: I.R. 16 wurde der 7. Flieger-Division
(Gen. Student) unterstellt und sollte in Zusammenarbeit mit Fallschirmjägern
die Brücken über Waal und Maas bei Rotterdam und Dordrecht
unzerstört in Besitz nehmen, die für den Vormarsch schneller
deutscher Truppen aus Südholland von Bedeutung waren. Die 22. Division
sollte mit den beiden anderen Regimentern nach vorausgegangener Inbesitznahme
der Landeplätze durch das I. und II. Bataillon des Fallsch.Rgt.
3 an drei Stellen um Den Haag landen, die Hauptstadt nehmen, die Regierung
ausschalten und die Königin gefangen nehmen (Führerbefehl).
Mit der rechtzeitigen Flucht der Regierung entfiel der zweite Teil des
Auftrages am Vorabend des Einsatztages. Voraussetzung für den Erfolg
des Unternehmens war eine starke deutsche Luftüberlegenheit, um
den Mangel an schweren Waffen bei der Erdtruppe auszugleichen und den
Nachschub aus der Luft auch bel Tage zu gewährleisten.
Weniger geschlossen erfolgten die Unternehmungen der Regimenter 47 und
65, die der 22. Division unterstellt blieben. Das verst. I.R. 47 hatte
den Auftrag, auf dem durch die 6./Fallsch.Rgt. 2 frei zukämpfenden
Landeplatz I, Valkenburg, zu landen, den Rhijn-Abschnitt zwischen Leiden
und Katwijk aan Zee zu sperren und mit Teilen auf Den Haag vorzustoßen.
Das III. Bataillon landete am 10.5. gegen 7.00 Uhr in starkem Abwehrfeuer.
Die einzelnen Ladeeinheiten mussten aus den Maschinen heraus den am
Platzrand eingeschanzten Gegner angreifen und den Flugplatz erst gemeinsam
mit den Fallschirmjägern in verlustreichem Gefecht nehmen. Die
Maschinen, soweit sie nicht ohnehin schon in Flammen standen, konnten
wegen des schlammigen Bodens nicht wieder starten. So kam es, dass das
II. Btl., das mittags eintraf, nicht landen konnte -und teilweise wieder
umdrehte, teilweise in den Dünen zur Notlandung niederging. Die
übrigen Teile des Regimentes wurden angehalten. Der Auftrag des
Regiments konnte unter diesen Umstanden nicht ausgeführt werden,
nur die Stadt Valkenburg wurde genommen. Ganz auf sich gestellt hielten
die gelandeten Einheiten des Regiments 47 F (Rgts.Stab mit Aufklärungs-
und Nachrichtenzug, III./47 ohne II.Kp.), drei Ladeeinheiten der 6./65
und vier der 8./65 sowie andere versprengte Teile ihre Igelstellung
unter Führung des verwundeten Oberst Heyser ohne Kenntnis der Gesamtlage
gegen alle Angriffe überlegener Feindkräfte. Eine Verbindungsaufnahme
zu den in den Dünen gelandeten Teilen der 5. und 6./47 gelang nicht. Die Erdstaffel und die nicht eingesetzten Teile der Fliegenden Staffel werden im Eisenbahntransport, die eingesetzten Teile auf Beute-Kfz. im mot-Marsch in den Raum Kleve-Goch-Kevelaer-Geldern verlegt und vereint. Die gesamte Division wird in Anerkennung ihrer Leistung für 10 Tage in die Heimatstandorte beurlaubt. Deutsche Propaganda: "Die ersten deutschen Panzer rollen über die von den Luftlandetruppen gehaltenen Maasbrücken bei Rotterdam..." Deutsche Propaganda: "Holländischer Parlamentär wird von den in Rotterdam eingesetzten Luftlandetruppen in Empfang genommen" Im Juni 1940 verlegt die Division ohne IR 16 und ohne LL-Gerät in den Raum Aachen und begibt sich per Marsch durch Belgien über Verviers, Dinant, die belgisch-französische Grenze westlich Fumay, über Aubenton und Marle in den Raum St. Quentin. Im Juli 1940 verlegt die Division über Mons und Brüssel nach Antwerpen. Hier stößt das IR 16 wieder zur Division. Von August 1940 bis Januar 1941 Vorbereitungen und Ausbildung für das geplante Unternehmen "Seelöwe" im Raum Herenthals, Turnhout und an der holländischen Grenze, anschließend Sicherungsaufgaben. 1941 März-Mai 1941 Die Division verlegt im E-Transport in den Raum Troppau. Die Fliegende Staffel verlegt weiter im mot-Marsch über Wien nach Rumänien. Der geplante LL-Einsatz gegen Jugoslawien bei Skopje entfällt jedoch wegen der Kapitulation des Landes. Die Erdstaffel wird im E-Transport in den Raum Kronstadt zugeführt. Sicherung der Erdölfelder von Ploesti gegen etwaige Angriffe durch Fallschirmtruppen. Juni 1941 Die Division verlegt im E-Transport in den Raum südlich Botosani. Das LL-Gerät wird zur Einlagerung nach Siebenbürgen gebracht. Bereitstellung zum Angriff auf die Sowjetunion im Raum Suceava-Botosani-Harlau. Angriff über den Pruth bei Stefanesti, Vorstoß nach Nordosten gegen Mogilew. Dabei schwere Abwehrkämpfe bei Parjota (von 300 angreifenden sowj. Panzern werden von der Division 47 abgeschossen oder mit Nahkampfmitteln vernichtet). Angriff über den Dnjestr beiderseits Arionesti. Vorgehen nach Südosten über den Raum nördlich Rudniza und Kodyma in den Raum östlich von Balta. August
1941 Verfolgungskämpfe über Nikolajewka zum Bug im Raum südlich
Wossnessensk. Nach dem Bugübergang bei Belousowka Vorgehen über
Ingul und Ingulez gegen Berislaw. In außerordentlich erbitterten
Strassenkämpfen wird der Ort durch das verstärkte IR 16 genommen
(ca. 2000 Gefangene und 500 gefallene Sowjets). Das Gros der Division marschierte an den Siwasch südlich Gromowka-Nikolajewka. Sicherung und Aufklärung am Siwasch und am Asowschen Meer. Oktober 1941 Abwehrkämpfe der Kampfgruppe Choltitz (IR 16, AA 22, Pz.Jg.Abt. 22, 3./Pi. 22, III./AR 22) bei Melitopol, dann kampflose Einnahme der Stadt. Verfolgung des Gegners bis Nogaisk bzw. Berdjansk. Die
wieder versammelte Division wird abgelöst und südöstlich
Armjansk zum Angriff auf die Krim bereitgestellt. Vorgehen
über Dschankoj, den Raum östlich
Simferopol, über das Jaila-Gebirge hier verlustreiche Gefechte
bei Sably und Beschuj gegen die Schwarzmeerküste. 9. Nov. Die Division dreht nach Westen in den Raum nördlich Sewastopol ab. Stellungskämpfe, dann Abwehr von Ausbruchsversuchen der eingeschlossenen sowjetischen Festung Sewastopol zwischen Katscha- und Belbektal. Sehr schwere Angriffskämpfe auf die Festung beiderseits des Belbektals, gegen die Kamyschly-Schlucht und im Katschatal mit nur geringem Geländegewinn. Abbruch des Angriffs. 1942 Juni Angriff auf und Einnahme der Festung aus dem Raum westlich Belbek -Kamyschly gegen zähen Gegner. Dabei schwere Kämpfe in der Kamyschly-Schlucht, um den Eisenbahnberg, die Festungswerke "Stalin", "Sibirien", "Wolga" sowie an der Sswernajabucht. Erzwungener Übergang über die Sswernajabucht aus der Wolfsschlucht bzw. dem Höllental. Bildung eines Brückenkopfes zwischen "Hufeisen" und "Sektkeller", dann Abdrehen nach Westen und Angriff auf Sewastopol. Einnahme der Juli Stadt. 2. Juli z.Vfg? 11. Süd Die Division wird abgelöst, sammelt im Katschatal und marschiert über Bachtschisseraj, Simferopol und Suja in einen Unterkunftsraum bei Karasubasar. Auffrischung. Abgabe aller Pferde und schwerer Waffen und Verlegung im E-Transport von Feodosia, Wladislawowka usw. nach Aug. z.Vfg. 12. -Griechenland, die Masse in den Großraum westlich Saloniki, IR 47 mit II./AR 22 nach Athen. Die Division wird aufgefrischt, neu aus-gestattet, motorisiert sowie für Luftlande-Sep. einsätze in den Tropen ausgerüstet. Die in Athen liegenden Teile scheiden aus der Division aus und werden im Lufttransport nach Nordafrika überführt. Okt.Die
Division muß ihr LL-Gerät abgeben Kreta und verlegt im Luft-
und im Schiffstransport auf die Insel Kreta. Nov. bis Stellungsbau,
dann Sicherung der Insel Verlegung
auf Kreta. Sicherungsaufgaben auf den Insel im Bereich Rethymon und
Iraklion (Heraklion). Abschnitt
Rethymnon:
Abschnitt Iraklion: Okt. Eroberung der ital./engl. besetzten Sporadeninseln Kos, Kalymnos, Leros, Lipsi, Patmos und Samos durch die KGr. Nov. Müller (von der Div. dabei: II./16, II./ 65, 1./Pi., 2./Fla, 3./AR, 4./AR). Dez. bis August 1944 Sicherung der Insel Kreta und Ausbildung.
1944 Sep.Räumung
Kretas. Im Lufttransport wird die Division ohne schwere Waffen und Gerät
von Iraklion, Malemes und Suda nach Athen geflogen, das GR 16 nach Saloniki.
Etwa 1.000 Mann der Division Kämpfe des GR 16 unter LXXXXI. AK z.b.V. am Doiran-See, in Kilkis und im Raum nördlich Valandovo. Vorstoß über den Paß bei Kosturino und Einnahme von Strumica. Okt. Maze-E F Das II./16 wird von Larissa im Lufttransport über Paliokastron nach Pristina geflogen und von dort im mot-Marsch auf den Prepolac-Paß geworfen. Abwehrkämpfe entlang der Rückzugsstraße und -bahn Saloniki -Veles -Skoplje -Nov. XXII. E F Mitrovica -Raska gegen bulgarische Truppen. Die Division ist in Kampfgruppen aufgesplittert. Rückzug im hinhaltenden Widerstand über Raska -Novipazar -Sjenica in den Raum Prijepolje. Hier Kämpfe am Jabuka-Paß und bei Mioska. Vorstoß des GR 47 entlang des Lim nach Süden über Bjelo Polje auf Mojkovac. Herstellen der Verbindung mit dem sich Dez. LXXXXI. E F aus Montenegro zurückkämpfenden XXI. Geb.AK. Sicherung der Rückzugsstraße (Jabuka-Paß) im Raum Prijepolje. Zur
Partisanenbekämpfung gegen Titos Truppen geschah eine Verlegung
der Division auf das griechische Festland im Oktober. Kämpfe am
Furka-Paß, Larissa, bei Skoplje. Rückzug über das Amselfeld
nach Sarajewo. 1945 März Abwehrkämpfe im Raum Brcko (Kroatien). April Räumung der Stadt Brcko und Rückzug über die Save nach Norden. Abwehrkämpfe bei Suljani und harte Häuserkämpfe in Vrbanje. Absetzen über die Linie Gradiste - Zupanja auf Djakovo. Hier heftige Strassenkämpfe. Teile (verst. GR 16) werden nach Westen geworfen und kämpfen im Raum Pleternica, bei Bresnica und nördlich Sibin (AA, I./65). Absetzen über Andrijevci in den Raum nördlich Brod. Angriffskämpfe bei Nova Kapella und Batrina. Absetzen über Novska in den Raum nordöstlich Kutina. Hier Abwehrkämpfe bei Grubisno Polje und weiter nordwestlich bei Velika Pisamica, Severin und Stara Kaca. Rückzug im hinhaltenden Widerstand über den Raum Bjelovar in den Raum Mai XV.SS - E Krizevci. Hier schwere Kämpfe auf den Höhen beiderseits der Stadt. 6. Mai XXI. - E Absetzen in den Raum Komin. Kapitulation. Rückzug über Visegrad zur Save. Abwehrkampf zwischen Drau und Save. Weiterer Rückzug in den Raum Cilli. Hier kommt die Division im Mai 1945 in jugoslawische Gefangenschaft. |
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